16. Oktober 2025
Durchfall bei Saugferkeln ist ein weit verbreitetes Problem, das die Entwicklung, das Wachstum und die Gesundheit der Tiere stark beeinträchtigen kann. Um dem langfristig entgegenzuwirken, ist eine angepasste Fütterung entscheidend - sie stabilisiert Verdauung und Immunsystem und wirkt somit direkt auf die Tiergesundheit.
Fütterung als Schlüssel zur Gesundherhaltung
Hygiene nicht vernachlässigen - der Bumerang kommt zurück
Durchfallerreger sind hartnäckig. Ohne konsequent Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen kann ein ganzer Wurf betroffen sein. Besonders gefährlich ist Kokzidiose, auch bekannt als 10-Tage-Durchfall oder Ferkelruhr. Sie tritt meist zwischen dem 5. - 7. Lebenstag (bzw. 11 - 13 Tage nach Infektion) auf.
Bereits wenige Oozysten reichen aus, um starke Durchfälle auszulösen und schnell weitere Tiere anzustecken. Die geschädigte Darmschleimhaut führ zu niedrigen Absatzgewichten - Ferkel starten mit schlechten Voraussetzungen in Aufzucht und Mast, sind anfälliger für Folgeinfektionen (z.B. Salmonellen, Clostridien) und verwerten Futter schlechter.
Junge Ferkel überleben solche Phasen mitunter gar nicht. Die dann entstehenden Kosten übersteigen bei Weitem die Ausgaben für vorbeugnde Maßnahmen. Daher gilt: Investieren Sie in Impfungen und Parasitenkontrolle. Die frühzeitige Verabreichung eines Kokzidien-Wirkstoffs, kombiniert mit Eisenprophylaxe in den ersten Lebenstagen, ist eine bewährte Methode.
Fakt:
In über 50 % der schweinehaltenden Betriebe lassen sich Kokzidien nachweisen - unabhängig von Betriebsgröße und Haltungsform.
Futterqualität - kein Platz für Kompromisse
Einsparungen bei Futterkomponenten oder Mineralstoffmischungen können langfristig teuer werden. Günstige, aber nicht bedarfsdeckende Futtermittel schwächen die Tiere und fördern Krankheitsausbrüche. Die dadurch entstehenden Gesundheitsrisiken sind oft unkalkulierbar.
Besprechen Sie alle Fütterungsänderungen mit Ihrem Tierarzt und wägen Sie mögliche Langzeitfolgen sorgfältig ab.
Wichtig:
Optimieren Sie nicht um jeden Preis. Maßnahmen, die greifen, sollten nicht überarbeitet werden, wenn sie bereits gesunde und leistungsfähige Ferkel gewährleisten.
Fütterung gezielt verbessern
Eine hochwertige, frische und hygienisch einwandfreie Fütterung ist Grundvoraussetzung. Achten Sie auf regelmäßige Fütterungszeiten - unregelmäßige Gabe verursacht Stress und belastet das Verdauungssystem. Sorgen Sie außerdem für ständigen Zugang zu sauberem Wasser, denn Dehydration verschärft Durchfallerkrankungen erheblich.
Auch Nährstoffe wie Phosphor sind essenziell für Wachstum und Entwicklung. Phytase als Zusatz im Futter verbessert die Verwertung von pflanzlichem Phosphor, reduziert Ausscheidungen und entlastet somit auch die Umwelt.
Probiotika - Unterstützung für Darm und Immunsystem
Ein vielversprechender Ansatz zur Durchfallprävention ist der Einsatz probiotischer Bakterien - insbesondere Bacillus licheniformis und Bacillus velezensis. Diese lebenden Mikroorganismen unterstützen die gesunde Darmflora, fördern das Wachstum nützlicher Bakterien und unterdrücken krankmachende Keime.
So werden Verdauung, Immunabwehr und Nährstoffaufnahme effektiv verbessert. Das Ergebnis: stabilere Tiere, geringere Krankheitsrisiko, bessere Leistungen.
Vorsorgen statt nachbehandeln
Durchfall bei Ferkeln lässt sich durch ein Zusammenspiel aus:
- angepasster und hochwertiger Fütterung,
- gezieltem Einsatz von Pro- und Präbiotika,
- konsequentem Hygienemanagement
- und frühzeitiger Gesundheitsprophylaxe